Allerheiligen/Allerseelen

Der Tod ist eine Realität in unserem Leben, auch wenn wir uns nur ungern damit beschäftigen wollen. Aber als Christen leben wir aus der Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende ist – und genau das ist auch ein zentraler Punkt, wenn wir an Allerheiligen und Allerseelen an die Menschen denken, die uns vorausgegangen sind.

Grabgesteck und Grableuchte
Image: Horst Schaub In: Pfarrbriefservice.de

Niemand von uns denkt gerne an den Tod. Es ist für uns oft ein Tabu-Thema, aber trotzdem gehört es zu unserem Leben. Es ist so gemein und unfair, dass Menschen sterben müssen. Oft bleibt die Frage, wie geht es weiter? Aber von Gott kommt Hilfe – im Leben und im Tod.
Das Fest Allerseelen will uns noch etwas anderes sagen: Wir leben hier nicht allein. Die Verstorbenen sind die Wurzeln, aus denen wir leben. Aber sie begleiten uns auch auf unserem Weg. Da stehen viele hinter uns und stärken uns den Rücken. Gerade heute, in einer Zeit, in der so viele vereinzelt und vereinsamt sind, gibt uns das Fest das Gefühl, dass wir nicht allein dastehen. Das Bewusstsein, an den Wurzeln der Verstorbenen teilzuhaben, stärkt den eigenen Lebensbaum.
Das Fest Allerseelen und unser Denken an die Toten erinnert uns auch an den eigenen Tod. Wenn ich weiß, dass mein Leben begrenzt ist, dann versuche ich, in Begegnungen nicht oberflächlich daherzureden, sondern die Worte zu sagen, die ich wirklich sagen möchte und die mich in Berührung bringen mit den Menschen. Wenn ich weiß, dass jede Begegnung die letzte sein könnte, werde ich sie bewusster erleben.