Ewige Anbetung

Tag der Ewigen Anbetung in unserer Gemeinde feiern wir am Mittwoch, 24. Juni 2020.

Montranz steht auf einem Altar
monstranz_fronleichnam_by_Nicole_Cronauge_bistum-essen aus Pfarrbriefservie.de

Die ewige Anbetung hat eine lange Tradition in der Kirche. Schon in den Tagen der Apostel kam immer wieder die Frage nach der Realpräsenz Christi auf. Wie kann der Auferstandene leibhaft unter uns sein? Natürlich war er in der Eucharistie immer präsent, aber was war in der Zeit dazwischen? Tabernakel und „überzählige“ Hostien gab es damals nicht, weil nur soviel Brot konsekriert wurde wie auch konsumiert wurde.
Mit der Zeit entwickelte sich der Brauch, ein Stückchen der Eucharistie in einem kleinen Behältnis aufzubewahren und mit nach Hause zu nehmen. Üblicherweise taten das die frühen Wüstenmönche. Nach und nach weitete sich der Brauch aus, so dass in vielen Haushalten, an schwer erreichbaren Stellen, ein Stückchen der Hostie in einem Behältnis aufbewahrt wurde, um Christus immer bei sich zu haben.
Ab dem 10. Jh. entwickelte sich in den Klöstern nach und nach der Brauch, ein Stückchen der Hostie in einer eigenen Kapelle aufzubewahren und dort Christus in der Gestalt der Hostie anzubeten. Im 11. Jh. wurde diese neue Gebetsform durch Franz von Assisi und seinem Orden forciert und breitete sich weit aus. Ab dem 12. Jh. kennen wir die Fronleichnamsprozession, die Papst Urban IV. einführte. Sie war ein neuer Höhepunkt in der Verehrung des Allerheiligsten. Thomas v. Aquin wurde mit der Abfassung der Stundenliturgie für dieses Fest beauftragt, und so entstanden die bekannten Gebete/Lieder: „O Salutaris Hostia“, „Tantum Ergo“ und „Panis Angelicus“.
Eng damit verknüpft ist auch der „Eucharistische Segen“, der gewöhnlich am Ende der Anbetung gespendet wird. Entstanden ist er ebenfalls in der Folge der Fronleichnamsprozession und hat eine weithin unbekannte Verknüpfung mit der Verehrung Marias als Mutter Jesu. Im Hymnus „Pange Lingua“ tritt das deutlich zutage, wenn es heißt: “Uns wurde er gegeben, uns wurde er geboren aus der reinen Jungfrau.” Ohne Maria gäbe es keine Inkarnation, und ohne Inkarnation gäbe es keine Eucharistie. Im Verlauf der Zeit bildeten sich unzählige Gebetsbruderschaften und Gilden, die sich der Eucharistiefrömmigkeit widmeten. Leider sind diese Bruderschaften im vergangenen Jahrhundert oftmals untergegangen.