Fronleichnam

Fronleichnam ist ein Fest, das ganz unterschiedliche Reaktionen hervorrufen kann. Einige mögen es und freuen sich über blumengeschmückte Wege und Altäre und einen Gottesdienst im Freien. Andere tun sich schwer damit. Warum trägt man ein Stück Brot unter einem Stoffhimmel durch die Stadt und auf blumengeschmückten Wegen?

Einige Gedanken zu diesem Fest…

An Fronleichnam gehen wir aus der Kirche hinaus. Wir verlassen den sicheren Kirchenraum und gehen auf die Straßen, in die Stadt. Wir suchen das Weite… Der Glaube an Jesus Christus befreit uns zum Leben. Er schenkt uns ein weites, ein großes Leben, das nicht nur innerhalb von Kirchenräumen stattfindet, sondern unser ganzes Sein umfasst. Er schenkt uns die Weite. Wir dürfen von ihm ermutigt und auf ihn bauend unterwegs sein.

An Fronleichnam gehen wir in einer Prozession durch unsere Stadt. Procedere – voranschreiten, vorwärtsgehen. Wir machen also Fort-Schritte. Wir stehen nicht auf der Stelle, sondern gehen voran. So sollte es auch mit unserer Kirche sein. Sie sollte nicht auf der Stelle stehen, sondern mit den Menschen durch die Zeit fort-schreiten. So sollte es auch mit uns sein. Wir sollten mit Jesus vorwärtsgehen in unserem Leben.

An Fronleichnam halten wir Christus hoch. In der Monstranz tragen wir Christus durch die Stadt. Damit zeigen wir: ER ist uns wichtig. ER ist uns heilig.

Nicht umsonst verehren wir ihn an Fronleichnam im Brot, in der Hostie.

Brot ist für uns Lebensgrundlage. Brot nährt, erhält uns, gibt Kraft und Energie. Brot macht uns satt und zufrieden. Das tägliche Brot zu haben, gibt Sicherheit und schenkt Vertrauen in das Morgen.

Christus im Brot hochzuhalten bedeutet also zu zeigen, dass er uns das Allerheiligste ist.

ER ist für uns Lebensgrundlage, gibt uns Kraft, spendet Energie, Zuversicht, Zufriedenheit.

Für die Menschen zur Zeit Jesu war er selbst genau das – Hoffnung, Kraftspender, Heiler und Zukunft-Schenkender.

Heute kann er das auch für uns sein -  sichtbar im Brot, in der Hostie in der Monstranz.

 

Fronleichnam...

ER ist da, präsent.

ER geht mit uns hinaus ins Weite, ohne Angst.

ER schreitet mit uns fort, in der Kirche, in unserem Leben, hier und jetzt.

IHN halten wir hoch, weil ER das Allerheiligste für uns ist.

Jetzt fehlen nur noch wir.
Sind wir da? Gehen wir mit ins Weite? Halten wir ihn hoch?