Fronleichnam 2018

Im Herzen Gottes brennt eine tiefe Sehnsucht. Gott sehnt sich danach, in einer innigen Beziehung mit dem Menschen zu leben.

Branz

Jeder Mensch seinerseits trägt bewusst oder unbewusst einen unendlichen Hunger nach Liebe in seinem Herzen, das Bewusstsein, hier auf dieser Welt letztendlich nicht daheim zu sein, die Sehnsucht nach der liebenden Zuwendung eines Vaters, über den Tod hinaus. Dieser Hunger, dieser Durst im Herzen des Menschen, der durch nichts und niemand in dieser Welt jemals gestillt werden kann, verweist auf unsere eigentliche Heimat und darauf, dass unsere wirkliche Heimat im Himmel ist (vgl. Phil. 3,20).

Das Problem unserer Zeit liegt sehr häufig darin, diesen Hunger nach Liebe mit falschen Dingen zu stillen, die letztendlich immer mehr in die innere Leere, in die Unerfülltheit und Ausgebranntheit führen. In der Predigt Jesu spielt der Aufruf zur Umkehr eine entscheidende Rolle. „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15).

Worin besteht im Eigentlichen diese Umkehr? Sie besteht in der existenziellen Entscheidung, mit dem Hunger und dem Durst des eigenen Herzens zur eigentlichen Quelle zu gehen, zum Weinstock des eigenen Lebens (vgl. Joh 15), zum lebendigen Wasser (vgl. Joh 4), zum Brot des Lebens, das der Welt Leben gibt (vgl. Joh 6) und gleichzeitig mit aller Kraft zu versuchen, jegliche falsche Quelle zu meiden. Niemand kann dem Einzelnen diese Entscheidung abnehmen.

Im eucharistischen Sakrament kommt Gott dem Menschen auf erschütternde Weise nahe. Er öffnet darin seine Arme, um den Hungernden - wie den verlorenen Sohn (vgl. Lk 15) - zu umarmen, zu liebkosen und seine ganze Liebe zu schenken.

Im Herzen Gottes brennt eine unendliche Sehnsucht nach jedem einzelnen Menschen und somit auch nach dir.

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