Karfreitag

Karfreitag – schon der Beginn der Liturgie zeigt an, dass heute alles anders ist als im restlichen Jahr: Wir beginnen den Gottesdienst in Stille und im stillen Gebet, die Orgel schweigt, weil dieser Tag keinen Anlass zum Singen und Jubeln bietet.

Bild: Peter Weidemann In: Pfarrbriefservice.de

Angesichts des Leidens Jesu und angesichts der Gewalt, die ihm begegnet, ist die einzige passende Haltung, zu schweigen und zu hören. Wir folgen Jesus in der Passionserzählung bis ans Kreuz, ja sogar bis ins Grab. Wir hören bereits zuvor das Lied vom leidenden Gottesknecht aus dem Buch Jesaja. Dieser Text hat den frühen Christen geholfen, zu deuten und zu verstehen, warum Jesu Leben so enden konnte und musste.
Angesichts von Leid, Tod und Gewalt in unserer Welt ist es angemessen, zu hören und zu beten. Wir tun das heute in den Großen Fürbitten, die uns weltweit miteinander verbinden. Wir wenden uns darin an Gott, unseren Vater, der Jesus nicht im Tod gelassen, sondern neues Leben geschenkt hat.
Der Gottesdienst endet schließlich, wie er begonnen hat, mit einem Gebet, ohne Segen, in Stille. Darin kommt zum Ausdruck, dass diese Feier eingebunden ist, nicht für sich stehen kann, sondern erst in der Feier der Osternacht zum Abschluss kommt. So lange aber müssen wir es aushalten, dass Jesu Tod stehen bleibt, dass Leid und Gewalt scheinbar die Oberhand behalten.